Was sind Mudras?

Man versteht unter Mudra meistens Fingerhaltungen oder Handhaltungen, es können aber auch Körperbezogene Haltungen, wie Augen- oder Zungenmudras und Asanas, die als Mudra verwendet werden, sein.

Die bekanntesten sind aber doch die Hand Mudra (hasta-mudra), welche durch eine Geste oder Handhaltung mit bestimmter Bedeutung praktiziert werden können.

Mudra bedeutet Siegel und setzt sich aus den Worten Mud = Glückseligkeit und Ra = Vermittlung zusammen. Man könnte es auch mit „das, was Freude bringt“ übersetzen.

Wofür verwenden wir Mudras?

Das Ziel vom Mudra ist es, energetische und spirituelle Energie zum Fließen zu bringen, da es das Prana in Richtung Kronenchakra leitet und so hilft die Kundalini zu erwecken. In den Hatha Yoga Schriften werden Mudras als „Stützen für die Konzentration“ angesehen und oft in Verbindung mit Meditation oder Pranayama (Atemübungen) praktiziert. Sie können zusätzlich auch fortgeschritten mit Bandhas (Verschlüsse) geübt werden.

Damals zur Zeit der Yoga Anfänge, als noch jeder Lehrer einen einzelnen Schüler unterrichtet hat, bekam jeder Schüler von seinem Lehrer ein persönliches Mudra zugewiesen.

Heute haben wir Zugriff auf ein großes Repertoire an Mudras, die unterschiedliche Wirkungen haben und so je nach Lebenslage verwendet werden können.

In der Meditation können sie uns helfen den Fokus zu behalten und regulieren unseren Energiefluss. Deshalb können sie uns auch in der Asana Praxis unterstützen, beispielsweise bei Balance Haltungen helfen sie uns uns zu zentrieren.

Namasté Haltung

Das wohl berühmteste Mudra, ist Anjali Mudra oder auch Gebetshaltung oder Namasté Haltung genannt. In vielen asiatischen Ländern gilt diese Geste als Grussform und bedeutet: „Ich verneige mich vor Dir“. Es ist ein Zeichen von Respekt und wird auch in der Yoga Stunde gerne mit einem „Namasté“ („Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in Dir“) zu Beginn und zum Schluss der Stunde als Zeichen des Dankes und Respekts praktiziert. Für dieses Mudra bringen wir die Hände vor dem Herzen zusammen, der Kopf kann dabei auch leicht geneigt werden. Anjali Mudra ist stressmindernd und hilft die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, ist also ein perfekter Start für eine Yoga Einheit.

Chin Mudra

Auch das Chin Mudra ist eine sehr bekannte Handhaltung auch außerhalb der Yoga Welt. Für dieses Mudra wird der Daumen und Zeigefinger zueinander geführt und die restlichen Finger sind weg gestreckt, die Handfläche zeigt nach oben. Der Zeigefinger steht für das individuelle Bewusstsein, während der Daumen den Kosmos oder das Göttliche symbolisiert und mit diesem Mudra können wir diese beiden vereinen und ein Energiekreislauf entsteht.