Hilfsmittel im Yoga

Wozu brauche ich diesen Gurt? Was mach ich mit dem Block?

Der erste Besuch einer Yoga Stunde kann schon ganz schön verwirrend sein. Aus Unsicherheit traut man sich vielleicht nicht an die Hilfsmittel heran und kämpft sich durch die Stunde. Dabei können Hilfsmittel im Yogaunterricht so viel. Bei mir hat es eine ganze Weile gebraucht, bis ich Hilfsmittel zu lieben gelernt habe.

Schaffe ich die Position nicht auch ohne?

Als ich mit meiner Yogapraxis begonnen habe, war ich der Meinung, dass man nichts braucht um Yoga zu praktizieren. Diese Meinung hielt lange an. Selbst während meiner Yogalehrer Ausbildung hielt sich meine Begeisterung für Hilfsmittel in Grenzen. Ich dachte immer, wenn mein Körper eine Position alleine nicht schafft, dann muss ich ihn Stück für Stück mit viel Geduld da hin bringen, aber mit Hilfsmitteln dachte ich immer, dass ich meinem Körper die Chance nehmen würde, aus eigenen Kräften weiterzukommen.

Wie verwende ich Hilfmittel

Bis ich verstanden habe, wie die Hilfsmittel zu verwenden sind. Nicht als Etwas zum Abstützen, sondern als Verlängerung des Armes oder als Gleichgewichtshilfe. Die Aktivität bleibt im Körper und die Hilfsmittel sind wie der Name schon sagt eine kleine Hilfe für mehr Spannung, für mehr Gleichgewicht, für mehr Länge oder für mehr Entspannung. So richtig überzeugt haben mich Hilfsmittel erst nachdem ich Restorative Yoga kennen gelernt habe. In diesem Stil verschwindet man schon fast unter einer großen Menge an Hilfsmitteln.

Loslassen lernen

Diese helfen beim Loslassen, sie nehmen die Spannung aus dem Körper und helfen dem Körper locker zu lassen. Wie effektiv oder hilfreich sind denn Hilfsmittel beim Yoga jetzt wirklich? Ich bin der Meinung, dass es davon abhängt, welchen Stil man praktiziert und was das Ziel ist. Während ich für passive Stile, wie Yin Yoga und Restorative Yoga nicht genug Hilfsmittel verwenden kann. Brauche ich in einer aktiven Klasse nur wenige. Hilfsmittel können wunderbar sein, wenn sie beispielsweise als Verlängerung des Armes verwendet werden.

Sie können jemandem ein Gefühl für eine Position geben, die ohne Hilfsmittel nicht möglich gewesen wäre. Trotzdem ist die eigene Aktivität eine wichtige Voraussetzung.

Bei sich bleiben

Viele Menschen werden durch Hilfsmittel dazu verleitet sich darauf abzustützen, die Körperspannung zu verlieren oder gar in der Position zu hängen und dadurch dem Körper mehr zu schaden als ihm Gutes zu tun. Es ist wichtig sich immer zu erinnern, dass der Fortschritt nicht vom Hilfsmittel abhängt, sondern vom Körper, deshalb muss der Körper auch die Hauptarbeit machen. In passiven Yogastilen wiederum nehmen Hilfsmittel Spannungen im Körper und fungieren als Stütze. Hier kann und soll man sein Gewicht an die Matte und an die Hilfsmittel abgeben.

Kleines Lexikon der wichtigsten Hilfsmittel im Yoga

1. Meditationskissen: Die meisten Yogastunden beginnen im Sitzen. Den Schneidersitz sind viele von uns aber einfach nicht mehr gewohnt und der bequeme Sitz wird schnell mal zur Qual. Da kann ein Meditationskissen Wunder wirken. Wir setzen uns mit dem Gesäß auf die äußere Kante des Kissens, so dass die Hüfte höher liegt als die Knie, dadurch kann die Wirbelsäule sich wieder aufrichten und man kann wieder aufatmen.

2. Decke: Wir bleiben bei unserem Beispiel vom Schneidersitz. Wenn die Knie schmerzen oder die Position sehr anstrengend ist, können wir zusammengerollte Decken unter die Knie legen oder wenn mehr gebraucht wird, dann einfach noch zwei Meditationskissen. Eine Decke ist auch hilfreich, wenn die Matte zu dünn ist und der Vierfüßlerstand unbequem für die Knie ist.

3. Yoga Block: Ein Yoga Block kann in Positionen wie Trikonasana (Dreieck) oder Ardha Chandrasana (Halbmond) den Arm verlängern und zu mehr Gleichgewicht verhelfen.

Autor:

Carmen Jedinger
Yoga Alliance zertifizierte Yogalehrerin
Weiterbildungen: Anahata Yoga, Vinyasa Yoga, Alignment Yoga, Yoga Therapie