Ayurveda

Das alte indische medizin System findet auch bei uns im Westen immer mehr Anklang. Das komplexe System der Doshas, Elemente und Ernährungslehre ist ein ganzheitliches System, das in Indien wissenschaftlich gelehrt und akzeptiert wird. Ayurvedische Ärzte sind dort so hoch angesehen wie Schulmediziner, meist wahrscheinlich sogar höher. Das bedeutet aber nicht, dass wir Jahrzehnte lang studieren müssen um die Grundelemente des Ayurveda in unsere Yogapraxis zu integrieren.

Die Doshas

Die wohl wichtigsten Prinzipien im Ayurveda sind die Doshas. Doshas sind Lebensenergien, die uns physisch, emotional und mental beeinflussen. Man unterscheidet hier zwischen Pitta, Vata und Kapha.

  • Pitta – setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen und beeinflusst hauptsächlich unsere Verdauung und unseren Stoffwechsel
  • Vata – setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen und reguliert vor allem unsere Bewegungen und beeinflusst somit auch stark unsere Knochen
  • Kapha – setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen und steht in direkter Verbindung mit Stabilität (mütterliche Fürsorge) aber auch Trägheit

Laut ayurvedischer Lehre hat jeder Mensch alle drei Doshas in sich vereint, jedoch ist meist eines oder zwei mehr ausgeprägt als ein anderes. Wenn du herausfindest, was deine Dosha-Natur ist, ist das zu vergleichen mit einem Astrologie Chart. Du findest also eine Menge über die Qualitäten heraus, die dich als Person ausmachen und zwar physisch, mental und spirituell. Dieses Wissen kannst du dann anwenden um deine Ernährung und auch deine Yogapraxis genau auf dich abzustimmen.

Ayurveda und die Ernährung

Das Hauptaugenmerk des Ayurveda liegt bei der Ernährung. Welche Nahrungsmittel für uns die besten sind, hängt ganz von unserem Dosha ab und davon ob wir versuchen ein Ungleichgewicht der Elemente in uns auszugleichen. Die ayurveda Lehre geht hierbei sehr detailiert in die Tiefe und es wird einem schnell bewusst, warum viele ayurvedische Ärzte sich jahrzehnte lang ausbilden lassen. Ein paar Grundlagen der ayurvedischen Ernährungslehre haben wir hier für euch zusammengefasst:

  • nur bei Hunger und leerem Magen essen
  • keine kalten Getränke mit heißen Mahlzeiten einnehmen oder heiße Getränke und kalte Mahlzeiten kombinieren
  • nicht bis zum Völlegefühl essen, sondern ca. zwei drittel der Menge essen, die einem ein komplettes Völlegefühl verleihen würde
  • alle sechs Geschmaksrichtungen bei einer Mahlzeit zu sich nehmen (bitter, süß, salzig, scharf, sauer und herb)
  • nie im gestressten Zustand essen (Stress wird hier auch im Sinne von Wut, Trauer etc. Verstanden

Interessanterweise wird von Fleisch und Alkohol im Ayurveda nicht zwingend abgeraten. Der Konsum derselben hängt stark von der Dosha – Balance ab und soll auch nur sehr gezielt und von besten (bio/und karma frei) Quellen stammen.

Ayurveda und Yoga

Aber wie können wir dieses Wissen der Doshas nun in unsere Yogapraxis integrieren? Wichtig ist, dass man sich hierbei im Klaren ist, was seine ayurvedische Konstitution ist, also welches Dosha von Natur aus mehr ausgeprägt ist und außerdem wo ein mögliches Ungleichgewicht besteht. Will man mit ayurvedischem Yoga eine solches Ungleichgewicht ausbalancieren, kann es gut sein, dass die Asanas, die in diesem Fall gut für uns wären, nicht unbedingt die sind, die man mit Genuss und Leichtigkeit praktiziert. Je mehr man sich jedoch an seinen ayurvedischen Yogaplan hält, desto leichter wird einem die Praxis mit der Zeit fallen, da man sich mehr und mehr seiner Dosha – Balance annähert.

Die folgenden Empfehlungen sind für deine natürliche Dosha Konstitution, das was man im Ayurveda Prakriti nennt und nicht für mögliche Dosha Ungleichgewichte, dem sogenannten Vrikriti.

Asanas für Pitta

PittaPersonen haben meist sehr viel Feuer in sich und dementsprechend nicht nur eine ausgezeichnete Verdauung, sondern auch eine Menge Energie. Bist du mit viel Pitta gesegnet, fühlst du dich wahrscheinlich in Ashtanga Vinyasa Klassen wohl und bevorzugst in der eigenen Praxis vielleicht Posen, die einen gewissen Kraftaufwandt verlangen und die dich ein wenig herausfordern. Ideale Asanas für Pitta sind zum Beispiel:

  • Phalakasana (Plank Pose)
  • Astavakrasana (Acht-Winkel-Haltung)
  • Surya Namaskar (Sonnengruß)
  • Navasana (Boot Pose)

Achtung: wenn du viel Pitta in dir trägst, gib besonders acht, dich in den Yogaklassen nicht mit anderen zu messen und gib deinem Körper genug Ruhepausen beim Praktizieren.

Asanas für Kapha

Kapha Personen sind meist sehr fürsorglich und gehen die Dinge gerne gemütlich an. Als Kapha Person fühlst du dich wahrscheinlich in einer Yin Klasse am wohlsten und manchmal ist es vielleicht sogar schwer dich überhaupt zum yogieren zu motivieren. Empfehlungen für die Kaphas unter euch wären:

  • Balasana (Pose des Kindes)
  • Ananda Balasana (Happy Baby Pose )
  • Adho Mukha Svanasana (Hinabschauender Hund)
  • Supta Jathara Parivartanasana (liegende Twist Pose)

Achtung: Wenn du sehr viel Kapha in dir hast, dann versuch dich auch ab und zu für Yogaklassen zu motivieren, die ein wenig mehr Energieaufwandt erfordern.

Asanas für Vata

Als Vatta bist du höchstwahrscheinlich nie lange im Stillstand und das körperlich, wie auch mental. Vattas finden es oft schwierig lange in einer Pose zu verweilen oder sich überhaupt an die Anweisungen des Yogalehrers zu halten. Und manchmal muss man als Vatta Person eifach tun was man eben als Vatta tun muss. Deshalb unsere Empfehlung:

  • mit beliebigen Posen zu einer Musik deiner Wahl frei fließen
  • extatic Dance verbunden mit Yoga
  • Amatkarasana (Wild Thing)
  • Adho Mukha Svanasana (Hinabschauender Hund) mit freien Bewegungen

Achtung: Trägst du sehr viel vom Luftelement in dir, kann es sein dass es dir guttut einige Balanceposen zur Erung in deine Yoga Praxis zu integrieren.